Geisteswissenschaften Philosophie – Erkenntnistheorie
Karteikarten zum Thema „Geisteswissenschaften“ · 14 Karten · von atrio. Beispiele: Was ist das traditionelle Analysekriterium für Wissen? · Was besagt das Ge…
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14 KartenWas ist das traditionelle Analysekriterium für Wissen?
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Das traditionelle Kriterium lautet: gerechtfertigte wahre Überzeugung (Justified True Belief). Wissen erfordert neben Wahrheit und Überzeugung eine adäquate Rechtfertigung.
Was besagt das Gettier-Problem?
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Gettier-Fälle zeigen: gerechtfertigte wahre Überzeugung reicht nicht für Wissen, da die Rechtfertigung zufällig zur Wahrheit führen kann (epistemisches Glück).
Wie unterscheiden sich Rationalismus und Empirismus?
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Rationalismus sieht Vernunft als primäre Wissensquelle (apriorisch), Empirismus betont Sinneserfahrung (aposteriorisch) als Ursprung aller Erkenntnis.
Was versteht man unter apriorischem Wissen?
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Apriorisches Wissen ist unabhängig von Erfahrung begründbar (z. B. logische, mathematische Sätze), im Gegensatz zu aposteriorischem Erfahrungswissen.
Was ist der Unterschied zwischen interner und externer Rechtfertigung?
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Internismus fordert, dass dem Subjekt die Rechtfertigungsgründe bewusst zugänglich sind; Externismus erlaubt externe Faktoren (z. B. zuverlässige Prozesse) als Rechtfertigung.
Was besagt der Reliabilismus?
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Der Reliabilismus definiert Wissen als wahre Überzeugung, die durch einen zuverlässigen kognitiven Prozess entstanden ist – Rechtfertigung wird durch Zuverlässigkeit ersetzt.
Was charakterisiert den Skeptizismus in der Erkenntnistheorie?
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Skeptizismus bezweifelt die Möglichkeit sicheren Wissens; radikaler Skeptizismus bestreitet jegliches Wissen, moderater fordert höhere Rechtfertigungsstandards als im Alltag üblich.
Was ist Foundationalismus (Grundwissen)?
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Foundationalismus setzt Wissen auf unbezweifelte Grundüberzeugungen (Basissätze) auf, die nicht weiter gerechtfertigt werden müssen und alle anderen Sätze tragen.
Was versteht man unter Koherentismus?
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Koherentismus lehnt Grundsätze ab: Eine Überzeugung ist gerechtfertigt, wenn sie in ein kohärentes Netzwerk von Überzeugungen eingebettet ist.
Was bedeutet Kontextualismus beim Wissensbegriff?
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Kontextualismus besagt, dass der Wahrheitswert von Wissenszuschreibungen vom conversationalen Kontext abhängt – Standards für 'wissen' variieren situativ.
Worin besteht der Unterschied zwischen propositionalem Wissen und Wissen-wie?
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Propositionales Wissen (Wissen-dass) erfasst Tatsachenbehauptungen; Wissen-wie (know-how) bezeichnet praktische Fähigkeiten, die sich nicht vollständig in Sätze übersetzen lassen.
Was besagt das Münchhausen-Trilemma?
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Das Münchhausen-Trilemma (Agrippa) zeigt: Jede Rechtfertigung endet entweder im unendlichen Regress, im Zirkelschluss oder in unbegründeten Axiomen.
Was ist die naturalisierte Erkenntnistheorie nach Quine?
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Quines naturalisierte Erkenntnistheorie ersetzt normative Analysen durch empirische Psychologie: Wie wir eigentlich zu Überzeugungen kommen, ersetzt die Frage nach Rechtfertigung.
Was untersucht die soziale Erkenntnistheorie?
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Soziale Erkenntnistheorie untersucht, wie Wissen in Kollektiven entsteht (Testimonialität, Peer Disagreement, Epistemische Injustiz) – Wissen als sozialer Prozess.