Geisteswissenschaften Politikwissenschaft – Demokratietheorien
Karteikarten zum Thema „Geisteswissenschaften“ · 14 Karten · von atrio. Beispiele: Was versteht Rousseau unter dem Allgemeinen Willen (volonté générale)? · W…
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14 KartenWas versteht Rousseau unter dem Allgemeinen Willen (volonté générale)?
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Der Allgemeine Wille zielt auf das Gemeinwohl, nicht auf die Summe individueller Interessen (volonté de tous). Er ist unteilbar, unveräußerlich und fehlerlos bezüglich des Gemeinwohls.
Wie definiert Joseph Schumpeter Demokratie?
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Demokratie ist ein institutionelles Verfahren, bei dem Individuen durch konkurrierenden Wahlkampf die Macht zur Entscheidung erlangen. Nicht Volkswille, sondern Elitewettbewerb steht im Zentrum.
Was kennzeichnet Robert Dahls Polyarchie-Begriff?
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Polyarchie beschreibt reale Demokratien mit sieben Institutionen: gewählte Amtsträger, freie Wahlen, Meinungsfreiheit, alternative Informationsquellen, Vereinigungsfreiheit, inklusive Wahlberechtigung. Kein System erfüllt alle vollkommen.
Was ist das Kernprinzip deliberativer Demokratie nach Habermas?
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Legitimität entsteht nur durch rationellen Diskurs freier und gleicher Bürger. Entscheidungen sind legitim, wenn sie Ergebnis zwanglosen Zwangs des besseren Arguments sind.
Woran misst Carole Pateman partizipatorische Demokratie?
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Am Grad der Beteiligung an Entscheidungen in allen Lebensbereichen – Betrieb, Verwaltung, Gemeinde. Partizipation bildet demokratische Kompetenzen aus und verhindert Entfremdung.
Was verstehen Chantal Mouffe und Ernesto Laclau unter radikal-demokratischem Agonismus?
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Demokratie braucht nicht Konsens, sondern institutionalisierte Auseinandersetzung zwischen Adversarien (nicht Feinden). Konflikt ist konstitutiv, nicht störend für die Demokratie.
Was besagt Michels 'Ehernes Gesetz der Oligarchie'?
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Jede Organisation – auch demokratische – entwickelt oligarchische Tendenzen: Führungseliten verselbständigen sich, kontrollieren Information und sichern ihre Macht gegen die Basis.
Welche drei Legitimitätstypen unterscheidet Max Weber?
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Traditionale (Gewohnheit), charismatische (außergewöhnliche Persönlichkeit) und rational-legale Legitimität (gesetzliches Verfahren). Moderne Demokratien beruhen primär auf der rational-legalen Form.
Nach welchen Kriterien misst Wolfgang Merkel Demokratiequalität?
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Fünf Dimensionen: Wahlregime, politische Rechte, horizontale Verantwortlichkeit (Checks & Balances), effektive Regierungsfähigkeit, und Einbettung in Rechtsstaatlichkeit und Zivilgesellschaft.
Welche vier Repräsentationsdimensionen nennt Hanna Pitkin?
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Formale (Mandat), deskriptive (Spiegelung der Gesellschaft), substantielle (Interessenvertretung) und symbolische Repräsentation (Identifikationsangebot). Alle vier sind analytisch trennbar.
Was charakterisiert Habermas' Begriff der bürgerlichen Öffentlichkeit?
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Ein Raum privater Menschen, die sich als Öffentlichkeit konstituieren, um staatliches Handeln rational-kritisch zu debattieren. Medien und Kaffeehäuser waren historische Ort dafür.
Was meint Habermas mit konstitutionellem Patriotismus?
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Politische Identität stiftet sich nicht über ethnische Zugehörigkeit, sondern über gemeinsame verbindliche Verpflichtung auf die Verfassung und ihre Verfahren.
Was beschreibt der Begriff 'demokratisches Defizit' der EU?
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Der Abstand zwischen Entscheidungsmacht der EU-Institutionen und demokratischer Legitimation durch europäische Wahlen. Parlamentarische Kontrolle und Transparenz gelten als unzureichend.
Was kennzeichnet Fareed Zakarias 'illiberale Demokratie'?
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Regierungen werden gewählt, respektieren aber Verfassungsrechte, Minderheitenschutz und Rechtsstaatlichkeit nicht. Wahlen ohne Liberalismus führen zu Mehrheitsdiktatur.