Ingenieurwissenschaften Bauwesen – Bauphysik
Karteikarten zum Thema „Ingenieurwissenschaften“ · 16 Karten · von atrio. Beispiele: Was beschreibt der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) und in welcher Ei…
Karten
16 KartenWas beschreibt der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) und in welcher Einheit?
Rückseite
Der U-Wert gibt den Wärmestrom pro Quadratmeter und Kelvin Temperaturdifferenz an, Einheit: W/(m²·K). Je kleiner, desto besser die Dämmwirkung.
Wie berechnet sich der U-Wert aus den Wärmewiderständen eines Bauteils?
Rückseite
U = 1 / (R_si + Σ R_i + R_se), wobei R_i = d_i / λ_i für jede Schicht und R_si, R_se die inneren/äußeren Wärmeübergangswiderstände sind.
Was ist der Taupunkt und warum ist er bauphysikalisch kritisch?
Rückseite
Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der Luft bei gegebener Feuchte gesättigt ist. Unterschreitet eine Bauteiloberfläche diesen Wert, kondensiert Wasser – Schimmelrisiko.
Welche Bedingung muss erfüllt sein, um Tauwasserbildung im Bauteilquerschnitt zu vermeiden (Glaser-Verfahren)?
Rückseite
Der Sättigungsdampfdruck an jeder Stelle im Querschnitt muss größer oder gleich dem tatsächlichen Dampfdruck sein – keine Überschreitung der Sättigungskurve.
Was versteht man unter der Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl μ (mu) eines Baustoffs?
Rückseite
μ gibt an, wie viel mal größer der Diffusionswiderstand des Materials im Vergleich zu einer gleich dicken Luftschicht ist. Dimensionslos, typisch 5–100.000.
Wie lautet der sd-Wert und woraus setzt er sich zusammen?
Rückseite
sd = μ · d (Dicke in Metern). Er entspricht der Luftschichtdicke mit gleichem Diffusionswiderstand, Einheit: Meter. Ermöglicht Vergleich verschiedener Materialien.
Was bewertet das bewertete Schalldämmmaß R'w und wie unterscheidet es sich von Rw?
Rückseite
R'w ist das im Gebäude gemessene Schalldämmmaß inklusive Flankenübertragung, Rw das Laborwert ohne Flanken. R'w ist praxisnäher, meist 3–8 dB niedriger.
Welche Frequenzbereiche sind für den Trittschallschutz nach DIN 4109 maßgeblich?
Rückseite
Der bewertete Trittschallpegel L'n,w bezieht sich auf 100–3150 Hz. Tieffrequente Anteile (<100 Hz) werden separat als L'n,w + CI,50-2500 bewertet.
Was ist eine Wärmebrücke und wie wird sie bauphysikalisch quantifiziert?
Rückseite
Eine Wärmebrücke ist ein Bauteilbereich mit erhöhtem Wärmedurchgang. Quantifiziert durch den linearen Wärmebrückenzusatz Ψ (Psi) in W/(m·K) oder den äquivalenten U-Wert.
Welchen Grenzwert für die Luftdichtheit (n50-Wert) fordert das GEG für Gebäude mit Lüftungsanlage?
Rückseite
n50 ≤ 1,5 1/h (Luftwechsel pro Stunde bei 50 Pa Differenzdruck). Ohne Lüftungsanlage gilt n50 ≤ 3,0 1/h. Gemessen per Blower-Door-Test.
Wie wird der sommerliche Wärmeschutz nach DIN 4108-2 nachgewiesen?
Rückseite
Über die Überhitzungsgradstunden (Gh) im kritischen Raum: Gh ≤ 500 Kh (leichte Bauweise) bzw. ≤ 750 Kh (massive Bauweise) oder durch Sonneneintragsberechnung mit Reduktionsfaktoren.
Was beschreibt der g-Wert (Gesamtdurchlassgrad) von Verglasungen?
Rückseite
Der g-Wert gibt den Anteil der auftreffenden solaren Strahlungsenergie an, der in den Raum gelangt (direkt + sekundärer Wärmeeintrag). Wertebereich 0–1, typisch 0,3–0,6.
Nach welcher Norm werden Baustoffe in Euroklassen zum Brandverhalten eingestuft?
Rückseite
DIN EN 13501-1. Klassen A1, A2 (nicht brennbar), B–F (brennbar), ergänzt durch Rauchentwicklung (s1–s3) und brennendes Abtropfen (d0–d2).
Was ist der primäre Energiebedarf Qp und welche Rolle spielt er im GEG?
Rückseite
Qp = Endenergiebedarf × Primärenergiefaktoren (f_P) je Energieträger. Er ist der zentrale Kennwert für die Gebäudeeffizienz nach GEG und Basis für den Energieausweis.
Wie wirkt sich die Rohdichte eines Baustoffs auf Schallschutz und Wärmeschutz gegensätzlich aus?
Rückseite
Hohe Rohdichte verbessert den Schallschutz (Massegesetz), verschlechtert aber meist den Wärmeschutz (höhere λ). Leichte Baustoffe dämmen Wärme besser, Schall schlechter.
Was versteht man unter dem hygrothermischen Verhalten eines Bauteils?
Rückseite
Das gekoppelte Wärme- und Feuchtetransportverhalten: Temperaturgradienten treiben Dampfdiffusion, Feuchte ändert λ und Speicherkapazität, Phasenwechsel (Kondensation) setzen Freisetzungswärme frei.