Geisteswissenschaften Soziologie – Familie und Rollen
Karteikarten zum Thema „Geisteswissenschaften“ · 15 Karten · von atrio. Beispiele: Was versteht die Soziologie unter Familie? · Welche Funktionen erfüllt Fam…
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15 KartenWas versteht die Soziologie unter Familie?
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Eine primäre Gruppe, die durch Ehe, Partnerschaft, Abstammung oder Adoption verbunden ist und Kernfunktionen wie Sozialisation, emotionale Bindung und ökonomische Kooperation erfüllt.
Welche Funktionen erfüllt Familie nach Parsons für die Gesellschaft?
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Primärsozialisation der Kinder und Persönlichkeitsstabilisierung Erwachsener – die Familie sichert so die Wertvermittlung und emotionale Entlastung vom beruflichen Leistungssystem.
Was unterscheidet Instrumental- von Expressivrolle bei Parsons und Bales?
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Instrumentalrolle (oft Vater): externe Aufgaben, Erwerbsarbeit, Zielverfolgung. Expressivrolle (oft Mutter): interne Aufgaben, Fürsorge, emotionale Integration, Spannungsabbau.
Welche Familienformen kennst du in modernen Gesellschaften?
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Kernfamilie, Alleinerziehendenfamilie, Patchworkfamilie, Regenbogenfamilie, Wahlverwandtschaften, Living Apart Together, kinderlose Paare – Pluralisierung löst Einheitsmodell ab.
Was charakterisiert die klassische Kernfamilie?
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Verheiratetes heterosexuelles Paar mit leiblichen Kindern im gemeinsamen Haushalt; Mann als Ernährer, Frau als Hausfrau – Normalmodell der 1950/60er Jahre in Westdeutschland.
Was definiert eine Patchworkfamilie soziologisch?
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Mindestens ein Partner bringt Kinder aus früherer Beziehung mit; komplexe Verwandtschaftsnetze, mehrdeutige Rollenerwartungen, Aushandlungsbedarf bei Erziehung und Loyalitäten.
Was versteht man unter „Doing Family“?
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Familie nicht als gegebene Struktur, sondern als leistungsvolle Praxis: Angehörige produzieren Familienzusammenhang durch alltägliche Interaktionen, Rituale und Fürsorge aktiv selbst.
Was bedeutet Care-Arbeit bzw. Reproduktionsarbeit?
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Unbezahlt geleistete Sorge-, Pflege- und Hausarbeit (Kinderbetreuung, Altenpflege, Haushalt); unverzichtbar für Gesellschaft, ungleich verteilt (Gender Care Gap), ökonomisch unsichtbar.
Wie hat sich die Erwerbstätigkeit von Müttern in Deutschland entwickelt?
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Starker Anstieg seit 1990er Jahren; heute über 70 % erwerbstätig, aber häufig in Teilzeit (Mutter-Teilzeitfalle); Ost-West-Gefälle bleibt sichtbar.
Was besagt die Individualisierungsthese (Beck/Beck-Gernsheim) für Familien?
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Traditionelle Verlässlichkeiten lösen sich auf; Familie wird zum „Wahlverwandtschaftsprojekt“, das ständig neu ausgehandelt werden muss – Freiheit und Unsicherheit zugleich.
Welche Rolle spielt Familie in der Primärsozialisation?
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Erster und prägendster Sozialisationsort: Vermittlung von Sprache, Normen, Werten, emotionalen Bindungsmustern und Geschlechterrollen – Grundlage für alle weiteren Sozialisationsinstanzen.
Was bedeutet „Generationenvertrag“ im Familienkontext?
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Impliziter Solidaritätsvertrag: Elterngeneration investiert in Kindererziehung, Kindergeneration sorgt später für Alterssicherung der Eltern – durch Staatsrenten teilverstaatlicht.
Wie wirken sich Scheidungen auf Kinder aus soziologischer Sicht?
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Risikofaktor für Bildungsarmut, Verhaltensauffälligkeiten, geringeres Vertrauen in Partnerschaften – aber Schutzfaktoren (elterliche Kooperation, ökonomische Stabilität) puffern Effekte ab.
Was versteht man unter Familienpolitik und ihren Instrumenten?
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Staatliche Maßnahmen zur Unterstützung von Familien: Kindergeld, Elterngeld, Kinderbetreuungsausbau, Steuerfreibeträge, Unterhaltsvorschuss – Ziel: Armutsprävention, Vereinbarkeit, Geburtenförderung.
Wie erklärt die Modernisierungstheorie den Wandel familiärer Strukturen?
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Industrialisierung, Urbanisierung, Bildungsausweitung und Individualisierung lösen Großfamilie zugunsten Kernfamilie ab; spätere Pluralisierung durch Wertewandel und Frauenemanzipation.