Sprachen Mehrsprachigkeit – Sprachenlernen
Karteikarten zum Thema „Sprachen“ · 15 Karten · von atrio. Beispiele: Wie definiert man Mehrsprachigkeit im linguistischen Sinn? · Was unterscheidet Zweitspr…
Karten
15 KartenWie definiert man Mehrsprachigkeit im linguistischen Sinn?
Rückseite
Mehrsprachigkeit ist die Fähigkeit einer Person oder Gesellschaft, mehr als eine Sprache in der Kommunikation zu nutzen – unabhängig von Perfektionsgrad oder Erwerbszeitpunkt.
Was unterscheidet Zweitspracherwerb von Fremdspracherwerb?
Rückseite
Zweitspracherwerb findet in der Zielsprachenumgebung statt (natürlicher Input), Fremdspracherwerb im Unterricht ohne unmittelbare Alltagssprachnutzung.
Was besagt die Critical Period Hypothesis nach Lenneberg?
Rückseite
Es existiert ein biologisch bedingtes Zeitfenster (ca. bis Pubertät), in dem Spracherwerb mühelos und nativ-ähnlich gelingt; danach nimmt die Erfolgswahrscheinlichkeit signifikant ab.
Was ist der Unterschied zwischen Interferenz und Transfer beim Spracherwerb?
Rückseite
Interferenz bezeichnet negativ beeinflussende Übertragung der Erstsprache auf die Zielsprache; Transfer ist der Oberbegriff für jede Übertragung – auch positive (Facilitation).
Was versteht man unter Code-Switching?
Rückseite
Der systematische Wechsel zwischen zwei oder mehr Sprachen innerhalb eines Gesprächs, Satzes oder Wortes – geregelt durch grammatikalische und soziale Normen.
Welche kognitiven Vorteile weist Mehrsprachigkeit laut Forschung auf?
Rückseite
Verbesserte exekutive Funktionen (Inhibition, Task-Switching, Arbeitsgedächtnis), verzögerter Demenzbeginn und erhöhte metalinguistische Bewusstheit.
Unterscheide BICS und CALP nach Cummins.
Rückseite
BICS (Basic Interpersonal Communicative Skills): alltagssprachliche Konversationsfähigkeit (1–2 Jahre). CALP (Cognitive Academic Language Proficiency): bildungssprachliche Kompetenz für Fachtexte (5–7 Jahre).
Was ist die Input-Hypothese nach Krashen?
Rückseite
Spracherwerb gelingt nur durch verstehbaren Input (i+1), der leicht über dem aktuellen Niveau liegt; bewusste Grammatikregeln dienen nur dem Monitoring, nicht dem Erwerb.
Was fordert die Output-Hypothese nach Swain?
Rückseite
Produzieren von Sprache (Output) zwingt Lernende zu syntaktischer Verarbeitung, Hypothesentesten und Automatisierung – Input allein reicht für grammatikalische Genauigkeit nicht aus.
Was bedeutet Fossilisierung im Spracherwerb?
Rückseite
Dauerhafte Stabilisierung nicht-zielsprachlicher Formen im Interlanguage-System trotz fortgesetzter Input-Exposition und Kommunikationspraxis.
Wie unterscheidet Krashen ‚Acquisition‘ von ‚Learning‘?
Rückseite
Acquisition: unbewusster, impliziter Prozess (wie Erstspracherwerb). Learning: bewusster, expliziter Regelwissenserwerb (Schulunterricht). Nur Acquisition führt zu flüssiger Sprachproduktion.
Was ist metalinguistische Bewusstheit und wie hängt sie mit Mehrsprachigkeit zusammen?
Rückseite
Fähigkeit, Sprache als Objekt zu analysieren und zu manipulieren; Mehrsprachige entwickeln sie früher und stärker durch ständigen Sprachvergleich und -wechsel.
Was versteht man unter Translanguaging?
Rückseite
Pädagogischer Ansatz: Mehrsprachige nutzen ihr gesamtes sprachliches Repertoire flüssig und strategisch – statt Sprachen strikt zu trennen – für Lernen und Identitätskonstruktion.
Welche Rolle spielt das Alter beim Zweitspracherwerb laut aktueller Forschung?
Rückseite
Jüngere Lernende erreichen eher nativ-ähnliche Phonologie und implizites Wissen; Ältere lernen initial schneller (kognitiv reifer), erreichen aber seltener Native-Level in Aussprache und Intuition.
Nenne drei individuelle Unterschiedsfaktoren, die Spracherwerbserfolg beeinflussen.
Rückseite
Motivation (integrativ/instrumentell), Spracherwerbsbegabung (Language Aptitude) und Persönlichkeitsmerkmale (z. B. Risikobereitschaft, Extraversion).