Rechtswissenschaft Strafrecht AT – Schuld und Schuldfähigkeit
Karteikarten zum Thema „Rechtswissenschaft“ · 15 Karten · von atrio. Beispiele: Was versteht man unter dem Schuldbegriff im Strafrecht? · Welche drei Element…
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15 KartenWas versteht man unter dem Schuldbegriff im Strafrecht?
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Schuld ist der persönliche Vorwurf, der Täter handelt vorsätzlich oder fahrlässig, war schuldfähig und ohne Entschuldigungsgrund.
Welche drei Elemente umfasst die Schuldprüfung?
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Vorsatz oder Fahrlässigkeit, Schuldfähigkeit des Täters zum Tatzeitpunkt, Fehlen von Entschuldigungsgründen.
Was regelt § 20 StGB?
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Schuldunfähigkeit: Wer bei Begehung der Tat wegen krankhafter seelischer Störung, tiefgreifender Bewusstseinsstörung oder Schwachsinns unfähig ist, das Unrecht einzusehen oder danach zu handeln, handelt schuldlos.
Was regelt § 21 StGB?
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Verminderte Schuldfähigkeit: Die Fähigkeit, das Unrecht einzusehen oder danach zu handeln, war durch einen der in § 20 genannten Gründe erheblich gemindert – Strafmilderung möglich.
Wann liegt Schuldunfähigkeit wegen krankhafter seelischer Störung vor?
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Bei krankhafter, nicht nur vorübergehender Störung der seelischen Tätigkeit (z. B. Schizophrenie, schwere Depression), die die Steuerungs- oder Einsichtsfähigkeit vollständig aufhebt.
Was ist der Unterschied zwischen § 20 und § 21 StGB?
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§ 20: vollständige Aufhebung der Schuldfähigkeit → straflos. § 21: erhebliche, aber nicht vollständige Beeinträchtigung → Strafrahmenverschiebung nach § 49 Abs. 1 StGB.
Wie wird die Schuldfähigkeit im Prüfungsschema geprüft?
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Zuerst biologische Reife (Mindestalter 14 Jahre), dann pathologische Störung (§ 20/21 StGB), danach Ausschluss der Schuldunfähigkeit durch freiwillige Herbeiführung (§ 323a StGB analog).
Was versteht man unter Vorsatz im Strafrecht?
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Wissen und Wollen der Tatbestandsverwirklichung: Der Täter hält die Verwirklichung für möglich (Wissenselement) und will sie herbeiführen (Willenselement).
Welche Vorsatzformen unterscheidet die Rechtsprechung?
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Dolus directus 1. Grades (Zielvorsatz), dolus directus 2. Grades (sicherer Wissensvorsatz), dolus eventualis (Eventualvorsatz).
Was ist dolus directus 1. Grades?
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Der Täter zielt direkt auf die Verwirklichung des Tatbestands ab – es ist sein bewusster Wille, den Erfolg herbeizuführen.
Was ist dolus eventualis?
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Der Täter hält die Tatbestandsverwirklichung für möglich und nimmt sie billigend in Kauf, ohne direkt darauf hinzuarbeiten.
Was versteht man unter Fahrlässigkeit?
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Der Täter verletzt die im Verkehr erforderliche Sorgfalt, indem er die Folgen nicht vorher sieht, obwohl er sie hätte vorhersehen können und müssen.
Welche Fahrlässigkeitsformen unterscheidet man?
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Einfache Fahrlässigkeit (Sorgfaltspflichtverletzung), grobe Fahrlässigkeit (besonders schwere Verletzung, Unvorhersehbarkeit für jedermann), bewusste Fahrlässigkeit (Täter vertraut darauf, dass Erfolg ausbleibt).
Was sind Entschuldigungsgründe im Schuldrecht?
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Umstände, die zwar Unrecht und Schuld dem Grunde nach vorliegen lassen, den Täter aber persönlich nicht vorwerfbar machen (z. B. unvermeidbarer Verbotsirrtum, übergesetzlicher Notstand).
Nenne Beispiele für Entschuldigungsgründe.
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Unvermeidbarer Verbotsirrtum (§ 17 StGB), übergesetzlicher Notstand, unüberwindbarer Irrtum über Entschuldigungsgründe, hypnotischer Zwang, pathologische Affektsteigerung.