Sprachen Sachtexte – Epochenübersicht
Karteikarten zum Thema „Sprachen“ · 15 Karten · von atrio. Beispiele: Welche Sachtextgattungen dominierten im Mittelalter? · Was kennzeichnet die Frühe Neuze…
Karten
15 KartenWelche Sachtextgattungen dominierten im Mittelalter?
Rückseite
Religiöse Traktate, Rechts- und Medizintexte, Chroniken sowie Didaxe (Lehrgedichte) in lateinischer und zunehmend deutscher Sprache.
Was kennzeichnet die Frühe Neuzeit (1500–1700) bei Sachtexten?
Rückseite
Humanistische Bildungsprogramme, lutherische Bibelübersetzung, Pamphlete im Bauernkrieg, naturwissenschaftliche Traktate (Paracelsus, Kepler) in deutscher Sprache.
Welche Funktion hatten Sachtexte in der Aufklärung (ca. 1720–1785)?
Rückseite
Vermittlung von Vernunft, Kritik an Autoritäten, Popularisierung von Wissen durch Zeitschriften, Moralwochenzeitschriften und Enzyklopädien (z. B. Zedler, Krünitz).
Nenne zentrale Sachtextformen der Weimarer Klassik (1786–1832).
Rückseite
Ästhetische Briefe (Schiller), kulturpolitische Essays, naturwissenschaftliche Schriften (Goethes Farbenlehre), pädagogische Programme (Humboldts Bildungsideal).
Wie veränderte sich der Sachtext in der Romantik (1795–1848)?
Rückseite
Fragmentarische Formen (Aphorismen, Fragmente), Verschmelzung von Poesie und Philosophie, Organik-Metaphorik, Kritik an reiner Rationalität (Novalis, Schlegel).
Welche Themen prägten Vormärz und Realismus (1815–1890) im Sachtext?
Rückseite
Sozialkritik (Börne, Heine), Nationalökonomie (List), Naturwissenschaft (Helmholtz, Virchow), Programmenschriften zur Literatur (Freytag, Julian Schmidt).
Was zeichnet expressionistische Sachtexte (1910–1925) aus?
Rückseite
Manifeste, programmatische Essays, radikale Sprachzertrümmerung, Appell an den ‚Neuen Menschen‘, Politisierung von Kunst (Pfemfert, Aktion, Der Sturm).
Wie reagierte die Sachlichkeit der Weimarer Republik (1918–1933) auf den Expressionismus?
Rückseite
Neue Sachlichkeit: kühle, präzise Sprache, Reportage, Funktionalität, Wissenschaftsjournalismus (Kracauer, Tucholsky, Kurt Tucholsky, Egon Erwin Kisch).
Welche Rolle spielten Sachtexte in der NS-Zeit (1933–1945)?
Rückseite
Propaganda, ideologische Indoktrination, Sprachregelungen (Goebbels), Vertreibung kritischer Stimmen, pseudo-wissenschaftliche Rassentheorie als Staatsdoktrin.
Was kennzeichnet die Nachkriegsliteratur (1945–1967) im Sachtextbereich?
Rückseite
Trümmerliteratur, Kahlschlag-Rhetorik, Gruppe 47-Prosa, politische Essays zur Aufarbeitung (Grass, Böll), Dokumentarismus, Hörspiel als neue Form.
Wie veränderten die 68er-Bewegung und Postmoderne den Sachtext (ab 1968)?
Rückseite
Politsche Essays, Theorie-Import (Frankfurter Schule, Foucault, Derrida), Dekonstruktion von Autorität, neue Formen: Kolumnen, Glossen, Wissenschaftsjournalismus (Die Zeit, Spiegel).
Welche digitalen Sachtextformen prägen die Gegenwart (ab 1990/2000)?
Rückseite
Blogs, Wikis, Twitter-Threats, Podcasts, Data Journalism, multimodale Reportagen, Open-Access-Publikationen, algorithmisch kuratierte Wissensformate.
Abgrenzung: Was unterscheidet den essayistischen Sachtext von der wissenschaftlichen Abhandlung?
Rückseite
Essay: subjektiv, assoziativ, offene Form, literarische Sprache. Abhandlung: methodisch gebunden, objektivierbar, striktes IMRaD-Schema, Fachterminologie.
Nenne drei Kriterien zur Epochenbestimmung eines unbekannten Sachtextes.
Rückseite
Sprachliche Form (Syntax, Lexik), thematischer Horizont (Weltbild, Wissenschaftsstand), pragmatische Funktion (Aufklärung, Propaganda, Unterhaltung, Teilhabe).
Warum ist die Gattungsgeschichte des Sachtextes für Germanistik-Studierende prüfungsrelevant?
Rückseite
Sie liefert das analytische Raster für Textsortenbestimmung, Kontextualisierung und Interpretationsansätze in Klausuren zu Textanalyse, Literaturgeschichte und Medienwandel.