Rechtswissenschaft Schuldrecht AT – Schadensersatz und Kausalität
Karteikarten zum Thema „Rechtswissenschaft“ · 15 Karten · von atrio. Beispiele: Was versteht man unter Schadensersatz im Schuldrecht? · Welche vier Haftungsv…
Karten
15 KartenWas versteht man unter Schadensersatz im Schuldrecht?
Rückseite
Schadensersatz ist der Ausgleich eines vermögenswerten Nachteils, der dem Gläubiger durch Pflichtverletzung oder deliktisches Handeln des Schuldners entstanden ist.
Welche vier Haftungsvoraussetzungen müssen für Schadensersatz vorliegen?
Rückseite
Pflichtverletzung (oder deliktische Handlung), Verschulden (Vorsatz/Fahrlässigkeit), Kausalität (bedingungsmäßig, adäquat, rechtlich) und Schaden (Vermögensminderung).
Was besagt die Bedingungstheorie (conditio sine qua non) zur Kausalität?
Rückseite
Eine Handlung ist kausal, wenn der Erfolg ohne sie nicht eingetreten wäre – sie also hypothetisch nicht wegdenkbar ist, ohne dass der Erfolg entfiele.
Wann scheitert die Kausalität an der Adäquanztheorie?
Rückseite
Wenn der Erfolg nach allgemeiner Lebenserfahrung untypisch, also ein bloß mögliches, aber nicht naheliegendes Ergebnis der Handlung war (atypischer Kausalverlauf).
Was prüft die rechtliche Kausalität (Zurechnung) über die Adäquanz hinaus?
Rückseite
Ob der Schutzbereich der verletzten Norm den eingetragenen Schaden erfasst und das vom Schädiger geschaffene Risiko sich gerade in diesem Schaden verwirklicht hat.
Wie definiert § 276 BGB Vorsatz und Fahrlässigkeit?
Rückseite
Vorsatz: Wille zur Verwirklichung des Tatbestands bei Kenntnis aller Umstände. Fahrlässigkeit: Verletzung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt (objektiver Maßstab).
Welchen Unterschied macht § 277 BGB zwischen Vorsatz und Fahrlässigkeit?
Rückseite
Bei Vorsatz haftet der Schuldner für jeden Grad des Verschuldens; bei Fahrlässigkeit nur für diejenige Sorgfalt, die er in eigenen Angelegenheiten anwendet.
Was besagt der Grundsatz der Naturalrestitution gemäß § 249 Abs. 1 BGB?
Rückseite
Der Schädiger muss den Zustand herstellen, der bestehen würde, wenn der zum Ersatz verpflichtende Umstand nicht eingetreten wäre (ursprünglicher Zustand).
Wann tritt anstelle der Naturalrestitution Geldersatz nach § 249 Abs. 2 BGB?
Rückseite
Wenn die Naturalrestitution unmöglich ist, unverhältnismäßige Kosten erfordert oder der Gläubiger sie nicht mehr verlangen kann (z. B. Zeitablauf).
Wie berechnet man den Schaden nach der Differenzhypothese?
Rückseite
Differenz zwischen dem tatsächlichen Vermögen nach dem schädigenden Ereignis und dem hypothetischen Vermögen, das ohne das Ereignis bestünde.
Was regelt § 254 BGB zum Mitverschulden des Gläubigers?
Rückseite
Hat der Gläubiger den Schaden mitverursacht, hängt die Verpflichtung zum Ersatz und der Umfang vom Verschulden beider Teile ab (quotale Kürzung).
Unterscheide Schadensersatz statt der Leistung von Schadensersatz neben der Leistung.
Rückseite
Statt der Leistung: Gläubiger lehnt Erfüllung ab, verlangt nur Geld (§ 281 BGB). Neben der Leistung: Gläubiger behält Leistungsanspruch und fordert zusätzlich Ersatz (z. B. Verzugsschaden).
Worin liegt der Unterschied zwischen positiver Vertragsverletzung und deliktischer Haftung?
Rückseite
Positive Vertragsverletzung: Verletzung vertraglicher Rücksichtnahmepflichten (§ 241 Abs. 2 BGB). Delikt: Verletzung absoluter Rechtsgüter ohne Vertragsbezug (§ 823 BGB).
Wie wird Kausalität bei Unterlassen (echter Unterlassungsdelikt) geprüft?
Rückseite
Hypothetischer Kausalverlauf: Wäre der Täter seiner Handlungspflicht nachgekommen, wäre der Erfolg mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht eingetreten (prognostische Kausalität).
Wer trägt die Beweislast für die Haftungsvoraussetzungen im Schadensersatzprozess?
Rückseite
Der Gläubiger beweist Pflichtverletzung, Schaden und Kausalität; der Schuldner beweist Entlastungstatsachen (fehlendes Verschulden, Haftungsausschlüsse, Mitverschulden).