Rechtswissenschaft Gesellschaftsrecht – AG und Aktienrecht
Karteikarten zum Thema „Rechtswissenschaft“ · 15 Karten · von atrio. Beispiele: Was ist die rechtliche Definition der Aktiengesellschaft (AG)? · Welche Minde…
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15 KartenWas ist die rechtliche Definition der Aktiengesellschaft (AG)?
Rückseite
Die AG ist eine Kapitalgesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit, deren Grundkapital in Aktien zerlegt ist und die nur mit ihrem Gesellschaftsvermögen haftet (§ 1 AktG).
Welche Mindestvoraussetzungen gelten für die Gründung einer AG?
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Mindestgrundkapital 50.000 €, notariell beurkundete Satzung (§ 23 AktG), Zeichnung aller Aktien, Erbringung der Mindesteinlagen, Bestellung von Vorstand und Aufsichtsrat, Anmeldung zum Handelsregister.
Welche drei Organe hat jede AG zwingend?
Rückseite
Hauptversammlung (§ 118 AktG), Vorstand (§ 76 AktG) und Aufsichtsrat (§ 95 AktG) – die Dreiorganisationsstruktur ist gesetzlich zwingend und nicht abdingbar.
Wie wird der Vorstand bestellt und welche Aufgaben hat er?
Rückseite
Bestellung durch Aufsichtsrat für max. 5 Jahre (§ 84 AktG). Leitet die Gesellschaft eigenverantwortlich, vertritt sie nach außen und führt die Geschäfte (§ 76 AktG).
Welche Aufgaben und Befugnisse hat der Aufsichtsrat?
Rückseite
Überwacht die Geschäftsführung, bestellt und kontrolliert den Vorstand, prüft den Jahresabschluss und legt ihn der Hauptversammlung vor (§§ 111, 170 AktG). Bei > 500 Arbeitnehmern paritätisch mitbestimmt.
Wann und wie wird die Hauptversammlung einberufen?
Rückseite
Mindestens jährlich (ordentliche HV) binnen 8 Monaten nach Geschäftsjahresende (§ 121 AktG). Einberufung durch Vorstand unter Bekanntmachung im Bundesanzeiger mit 30-tägiger Frist (§ 121 Abs. 3 AktG).
Wie hoch muss das Grundkapital einer AG mindestens sein und wie ist es eingeteilt?
Rückseite
Mindestgrundkapital 50.000 € (§ 7 AktG). Zerlegt in Nennbetragsaktien (fester Nennbetrag) oder Stückaktien (kein Nennbetrag, rechnerischer Anteil). Nennbetrag mindestens 1 €.
Was ist der Unterschied zwischen genehmigtem und bedingtem Kapital?
Rückseite
Genehmigtes Kapital: Vorstand darf mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital um bis zu 50 % erhöhen (§ 202 AktG). Bedingtes Kapital: Erhöhung nur bei Eintritt bestimmter Bedingungen (z. B. Wandelanleihen, § 192 AktG).
Welche Mehrheiten sind für eine Kapitalherabsetzung erforderlich?
Rückseite
Beschluss der Hauptversammlung mit 75 % des vertretenen Grundkapitals (§ 222 AktG). Gläubigerschutz durch öffentliche Bekanntmachung und gesonderte Aufforderung zur Anmeldung (§ 225 AktG).
Welche Hauptaktienarten kennt das AktG und worin unterscheiden sie sich?
Rückseite
Stammaktien: volle Stimm- und Dividendenrechte. Vorzugsaktien: meist kein Stimmrecht, dafür bevorzugte Dividende (§ 139 AktG). Auch Mehrstimmrechtsaktien möglich (nur nicht börsennotierte AGs, § 134 AktG).
Welche Kernrechte hat ein Aktionär in der Hauptversammlung?
Rückseite
Teilnahmerecht, Stimmrecht (§ 134 AktG), Auskunftsrecht (§ 131 AktG), Antragsrecht (§ 122 AktG), Widerspruchsrecht zur Protokollierung (§ 130 AktG) und Anfechtungsrecht bei Beschlussmängeln (§ 243 AktG).
Was regelt der Beherrschungsvertrag und wann kommt er zustande?
Rückseite
Vertrag zwischen herrschendem und abhängigem Unternehmen (§ 291 AktG). Abhängige AG unterstellt ihre Geschäftsführung der Weisung des herrschenden Unternehmens. Bedarf 75%-Mehrheit in der HV der abhängigen AG und Eintragung im Handelsregister.
Was ist ein Gewinnabführungsvertrag und welche Voraussetzungen gelten?
Rückseite
Abhängige AG verpflichtet sich, ihren ganzen Gewinn an das herrschende Unternehmen abzuführen (§ 291 AktG). Ausgleichszahlung an Minderheitsaktionäre (angemessene Barabfindung). Auch hier 75%-Mehrheit und Eintragung erforderlich.
Welche Publizitätspflichten trifft eine AG nach Abschluss des Geschäftsjahres?
Rückseite
Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht (§ 242 HGB), Prüfung durch Abschlussprüfer (§ 316 HGB), Feststellung durch Aufsichtsrat/Hauptversammlung (§ 172 AktG), Offenlegung im Bundesanzeiger (§ 325 HGB).
Wie läuft eine Satzungsänderung bei der AG ab?
Rückseite
Beschluss der Hauptversammlung mit 75 % des vertretenen Grundkapitals (§ 179 AktG). Notarielle Beurkundung und Anmeldung zum Handelsregister zur Wirksamkeit (§ 181 AktG).