Wirtschaftswissenschaften Verhaltensökonomik – Kognitive Verzerrungen
Karteikarten zum Thema „Wirtschaftswissenschaften“ · 15 Karten · von atrio. Beispiele: Was beschreibt der Anker-Effekt in der Verhaltensökonomik? · Wie funkt…
Karten
15 KartenWas beschreibt der Anker-Effekt in der Verhaltensökonomik?
Rückseite
Der Anker-Effekt besagt, dass erste erhaltene Informationen (Anker) nachfolgende Schätzungen und Urteile unverhältnismäßig stark beeinflussen, auch wenn der Anker irrelevant ist.
Wie funktioniert die Verfügbarkeitsheuristik bei Urteilsbildung?
Rückseite
Menschen schätzen Wahrscheinlichkeiten danach, wie leicht Beispiele aus dem Gedächtnis abrufbar sind – häufige oder emotionale Ereignisse werden systematisch überschätzt.
Worin unterscheidet sich die Repräsentativitätsheuristik von der Verfügbarkeitsheuristik?
Rückseite
Die Repräsentativitätsheuristik beurteilt Wahrscheinlichkeit nach Ähnlichkeit mit einem Prototyp, während die Verfügbarkeitsheuristik auf Gedächtniszugänglichkeit basiert – Basisraten werden oft ignoriert.
Was besagt die Verlustaversion nach Kahneman und Tversky?
Rückseite
Verluste wiegen psychologisch etwa doppelt so schwer wie gleich große Gewinne – die Wertfunktion ist im Verlustbereich steiler als im Gewinnbereich.
Wie äußert sich der Bestätigungsfehler (Confirmation Bias) in Entscheidungen?
Rückseite
Informationen werden so gesucht, interpretiert und erinnert, dass sie bestehende Überzeugungen bestätigen – widersprechende Evidenz wird systematisch unterschätzt oder ausgeblendet.
Was kennzeichnet den Status-quo-Bias bei Entscheidungen?
Rückseite
Entscheider bevorzugen den aktuellen Zustand gegenüber Alternativen, selbst wenn Änderungen objektiv vorteilhaft sind – Verlustaversion und Endowment-Effekt verstärken diese Tendenz.
Wie erklärt der Endowment-Effekt abweichende Zahlungsbereitschaften?
Rückseite
Besitzer bewerten ein Gut höher als Nichtbesitzer, da der Besitzverlust als Verlust kodiert wird – WTA (Willingness to Accept) übersteigt WTP (Willingness to Pay).
Welche Rolle spielt der Framing-Effekt bei risikoreichen Entscheidungen?
Rückseite
Identische Optionen werden unterschiedlich bewertet, je ob sie als Gewinn (risikoscheu) oder Verlust (risikofreudig) gerahmt werden – Verletzung der Invarianzaxioms.
In welchen Formen tritt Überconfidenz (Overconfidence) auf?
Rückseite
Drei Formen: Überpräzision (zu schmale Konfidenzintervalle), Überschätzung (eigene Leistung zu hoch) und Überplacement (besser als der Durchschnitt) – systematisch und robust.
Warum führt die Sunk-Cost-Falle zu irrationalen Fortsetzungsentscheidungen?
Rückseite
Bereits getätigte, nicht rückgängig machbare Kosten beeinflussen Zukunftsentscheidungen – rationale Akteure berücksichtigen nur marginale Kosten und Nutzen, nicht versunkene Kosten.
Was beschreibt der Gegenwartsbias (Present Bias) bei intertemporalen Entscheidungen?
Rückseite
Menschen diskontieren nahe Zukunft stärker als ferne Zukunft – kurzfristige Belohnungen werden überbewertet, langfristige Ziele systematisch vernachlässigt (hyperbolische Diskontierung).
Was kennzeichnet den Planungsfehlschluss (Planning Fallacy) nach Kahneman?
Rückseite
Aufwand und Dauer eigener Projekte werden systematisch unterschätzt, während externe Projekte realistischer eingeschätzt werden – Optimismusbias und Ignorieren von Basisraten.
Wie verfälscht der Hindsight Bias (Rückschaufehler) die Erinnerung?
Rückseite
Nach Eintritt eines Ereignisses überschätzen Menschen ihre vorherige Vorhersagegenauigkeit – das Ergebnis wirkt im Rückblick unvermeidbar und vorhersehbar.
Worauf basiert der Selbstbedienungs-Bias (Self-Serving Bias) bei Attributionen?
Rückseite
Erfolge werden internen Faktoren (Fähigkeit, Einsatz) zugeschrieben, Misserfolge externen Faktoren (Glück, Umstände) – schützt Selbstwertgefühl, verzerrt Lernen.
Was besagt der Mere-Exposure-Effekt (Geltungseffekt) für Präferenzen?
Rückseite
Wiederholte Exposition gegenüber einem Reiz erhöht die Präferenz dafür – ohne bewusste Wahrnehmung oder inhaltliche Verarbeitung, rein durch Vertrautheit.