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Rechtswissenschaft Strafrecht BT – Raub und Erpressung

15 KartenRechtswissenschaftatrio27.09.2026Nur mit Link

Karteikarten zum Thema „Rechtswissenschaft“ · 15 Karten · von atrio. Beispiele: Was ist das Kernunterscheidungsmerkmal zwischen Raub (§ 249) und Erpressung (…

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15 Karten
STANDARD

Was ist das Kernunterscheidungsmerkmal zwischen Raub (§ 249) und Erpressung (§ 253 StGB)?

Rückseite

Beim Raub nimmt der Täter die Sache weg (fremde Gewahrsamsausübung), bei der Erpressung veranlasst er das Opfer zu einer Vermögensverfügung (selbstständige Entscheidungsfreiheit des Opfers).

STANDARD

Wann liegt Gewalt im Sinne von § 249 StGB vor?

Rückseite

Gewalt ist jede körperliche Einwirkung auf das Opfer, die dessen tatsächlichen oder möglichen Widerstand zu brechen oder zu lähmen sucht – auch mittelbar (z. B. Betäubung, Fesselung).

STANDARD

Was versteht man unter Drohung mit einem empfindlichen Übel bei der Erpressung?

Rückseite

Drohung ist das Inaussichtstellen eines künftigen Übels, auf dessen Eintritt der Drohende vorgibt, Einfluss zu haben; das Übel muss empfindlich sein, also die Entschließungsfreiheit eines verständigen Menschen erheblich beeinträchtigen können.

STANDARD

Welche subjektiven Tatbestandsmerkmale verlangt der Raub zusätzlich zum Vorsatz?

Rückseite

Der Raub erfordert Bereicherungsabsicht (Wille, sich oder einem Dritten die Sache rechtswidrig zuzueignen) sowie die Absicht, die Sache durch Gewalt oder Drohung zu entwenden (Entwendungsvorsatz).

STANDARD

Was ist der Unterschied zwischen räuberischer Erpressung (§ 255) und schwerer Erpressung (§ 253 Abs. 2)?

Rückseite

Räuberische Erpressung: Täter wendet Gewalt gegen Person an oder setzt Leib/Leben in Gefahr, um eine Vermögensverfügung zu erzwingen. Schwere Erpressung: Qualifikation durch Waffenführung, bandenmäßiges Handeln oder Gewerbsmäßigkeit – auch ohne Gewalt gegen Person.

STANDARD

Wann verwirklicht der Täter den schweren Raub gemäß § 250 Abs. 1 Nr. 1 StGB?

Rückseite

Wenn der Täter bei der Begehung eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug bei sich führt – bloße Bereitschaft zur Verwendung genügt, ein tatsächlicher Einsatz ist nicht erforderlich.

STANDARD

Was kennzeichnet den Raub mit Todesfolge (§ 251 StGB) als Erfolgsqualifikation?

Rückseite

Der Tod des Opfers muss Folge der bei der Begehung des Raubs angewendeten Gewalt oder Drohung sein; der Täter muss den Tod mindestens fahrlässig herbeigeführt haben (Mindestrahmen 10 Jahre Freiheitsstrafe).

STANDARD

Wie grenzt man die Wegnahme beim Raub von der Vermögensverfügung bei der Erpressung ab?

Rückseite

Wegnahme: Bruch fremden und Begründung eigenen Gewahrsams ohne Mitwirken des Opfers. Vermögensverfügung: Opfer handelt aufgrund der Drohung selbstständig (z. B. Überweisung, Herausgabe) – Wille wird nur gelenkt, nicht gebrochen.

STANDARD

Was ist eine Geiselnahme (§ 239a StGB) und wie steht sie zum Raub?

Rückseite

Geiselnahme: Täter entzieht einer Person die persönliche Freiheit, um einen Dritten zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung zu nötigen. Sie konkurriert mit Raub/Erpressung, wenn die Freiheitsberaubung Mittel zur Erpressung ist (Tateinheit).

STANDARD

Wann liegt ein versuchte Raubdelikt vor und wann ist der Rücktritt möglich?

Rückseite

Versuch beginnt mit unmittelbarer Ansetzung zur Gewaltanwendung oder Drohung zwecks Wegnahme. Freiwilliger Rücktritt (§ 24 StGB) ist möglich, solange der Täter die Sache noch nicht in Gewahrsam gebracht hat (beim Raub) bzw. das Opfer noch nicht disponiert hat (bei Erpressung).

STANDARD

Was besagt die Bereicherungsabsicht beim Raub und wie unterscheidet sie sich vom Diebstahl?

Rückseite

Bereicherungsabsicht beim Raub: Wille zur Zueignung der weggenommenen Sache für sich oder Dritte. Inhaltsgleich mit Diebstahl (§ 242), unterscheidet sich aber durch das Mittel (Gewalt/Drohung gegen Person statt bloßer Wegnahme).

STANDARD

Welche Konkurrenz besteht zwischen Raub und Körperverletzung bei Verletzungen durch die Raubgewalt?

Rückseite

Tateinheit (§ 52 StGB): Die zur Wegnahme eingesetzte Gewalt ist zugleich Körperverletzung. Raub ist Lex specialis zur Körperverletzung, verdrängt diese nicht, sondern steht in Tateinheit – eine Strafe nach dem schwereren Gesetz (Raub).

STANDARD

Was versteht man unter dem 'Beuteschema' bei der räuberischen Erpressung (§ 255 StGB)?

Rückseite

Der Täter wendet Gewalt gegen Person an oder bringt sie in Lebensgefahr, um das Opfer zu einer Vermögensverfügung zu nötigen – die Beute wird nicht weggenommen, sondern durch Verfügungsakt erlangt (Hybrid aus Raubgewalt und Erpressungserfolg).

STANDARD

Wie verhält sich der Raub zum Diebstahl bei nachträglicher Gewaltanwendung (sog. 'Nachträglicher Raub')?

Rückseite

Nachträgliche Gewalt (nach vollendeter Wegnahme) begründet keinen Raub, sondern Diebstahl in Tateinheit mit Körperverletzung/Nötigung. Raub erfordert Gewalt/Drohung als Mittel der Wegnahme (Mittel-Zweck-Beziehung).

STANDARD

Welche Strafrahmen gelten für einfachen Raub, schweren Raub und Raub mit Todesfolge?

Rückseite

Einfacher Raub (§ 249): 1–10 Jahre. Schwerer Raub (§ 250): 3–15 Jahre (Regelbeispiel 5–15). Raub mit Todesfolge (§ 251): nicht unter 10 Jahren (bis lebenslang). Erpressung (§ 253): bis 5 Jahre, schwerer Fall 1–10 Jahre.

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