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Medizin Innere Medizin – Nephrotisches Syndrom

16 KartenMedizinatrio27.09.2026Nur mit Link

Karteikarten zum Thema „Medizin“ · 16 Karten · von atrio. Beispiele: Welche vier Leitsymptome definieren das nephrotische Syndrom? · Was ist der pathophysiol…

Karten

16 Karten
STANDARD

Welche vier Leitsymptome definieren das nephrotische Syndrom?

Rückseite

Proteinurie > 3,5 g/Tag, Hypalbuminämie < 30 g/l, Hyperlipidämie und Ödeme (oft periorbital, dann generalisiert).

STANDARD

Was ist der pathophysiologische Kernmechanismus des nephrotischen Syndroms?

Rückseite

Störung der glomerulären Filtrationsbarriere (Endothel, Basalmembran, Podocyten-Fußfortsätze), wobei vor allem die Ladungsbarriere (negativ geladene Glykoproteine) und Größenbarriere verloren gehen.

STANDARD

Welche Proteinurie-Grenze unterscheidet nephrotisches von nicht-nephrotischem Proteinspektrum?

Rückseite

3,5 g Protein pro 24 h (oder Protein/Kreatinin-Quotient > 3,5 g/g Kreatinin im Spontanurin).

STANDARD

Warum kommt es im nephrotischen Syndrom zu Hyperlipidämie?

Rückseite

Kompensatorisch gesteigerte hepatische Lipoproteinsynthese durch Hypalbuminämie und verminderter Lipoproteinabbau durch Verlust von Apolipoproteinen im Urin.

STANDARD

Nenne die drei häufigsten primären (idiopathischen) Formen des nephrotischen Syndroms beim Erwachsenen.

Rückseite

Membranöse Nephropathie (häufigste), fokal segmentale Glomerulosklerose (FSGS), Minimal-Change-Disease (MCD).

STANDARD

Welche primäre Form ist beim Kind die häufigste Ursache eines nephrotischen Syndroms?

Rückseite

Minimal-Change-Disease (MCD) mit ca. 80–90 % der Fälle im Kindesalter.

STANDARD

Nenne fünf wichtige sekundäre Ursachen eines nephrotischen Syndroms.

Rückseite

Diabetes mellitus (häufigste), systemischer Lupus erythematodes, Amyloidose, Malignome (z. B. Nierenzellkarzinom, Lymphome), Infektionen (z. B. Hepatitis B/C, HIV, Syphilis, Malaria).

STANDARD

Wann ist eine Nierenbiopsie beim nephrotischen Syndrom indiziert?

Rückseite

Bei Erwachsenen generell zur Ätiologieabklärung; bei Kindern erst bei Therapieresistenz, atypischem Verlauf (Hämaturie, Hypertonie, Niereninsuffizienz) oder Verdacht auf sekundäre Genese.

STANDARD

Welche histologischen Veränderungen zeigen sich bei der Minimal-Change-Disease im Lichtmikroskop?

Rückseite

Unauffällige Glomeruli im Lichtmikroskop; erst im Elektronenmikroskop: diffuser Verlust der Podocyten-Fußfortsätze (Fußfortsatzfusion).

STANDARD

Was charakterisiert die membranöse Nephropathie histologisch im Licht- und Elektronenmikroskop?

Rückseite

Lichtmikroskop: verdickte Basalmembran ("Spikes" in Silberfärbung). Elektronenmikroskop: subepitheliale immunkomplexhaltige Depots ("Humps") und Fußfortsatzfusion.

STANDARD

Welche Autoantikörper sind bei der primären membranösen Nephropathie nachweisbar?

Rückseite

Anti-PLA2R-Antikörper (Phospholipase-A2-Rezeptor) in ca. 70–80 % der primären Fälle; sekundär oft negativ.

STANDARD

Welche thromboembolische Komplikation ist beim nephrotischen Syndrom am häufigsten?

Rückseite

Renale Venenthrombose (RVT), gefolgt von tiefen Beinvenenthrombosen und Lungenembolien; Ursache: Antithrombin-III-Verlust, Hyperfibrinogenämie, Thrombozytenhyperaggregierbarkeit.

STANDARD

Warum sind Patienten mit nephrotischem Syndrom infektionsgefährdet?

Rückseite

Verlust von Immunglobulinen und Komplementfaktoren im Urin, Komplementverbrauch, therapeutische Immunsuppression, Ödematisierung als Eintrittspforte.

STANDARD

Wie lautet die Basistherapie (konservativ) des nephrotischen Syndroms unabhängig von der Ätiologie?

Rückseite

RAAS-Blockade (ACE-Hemmer/ARB) zur Proteinuriereduktion, Schleifendiuretika bei Ödemen, Statine bei Hyperlipidämie, Thromboseprophylaxe bei immobilen/schweren Fällen, Impfungen (Pneumokokken, Influenza).

STANDARD

Welches Schema gilt als Standard-Initialtherapie der Minimal-Change-Disease beim Erwachsenen?

Rückseite

Prednisolon 1 mg/kg KG/Tag (max. 60–80 mg) für 8–16 Wochen, dann langsames Ausschleichen über 6–12 Monate; Remissionsrate > 90 %.

STANDARD

Wann wird bei der membranösen Nephropathie eine immunsuppressive Therapie eingeleitet?

Rückseite

Bei persistierender nephrotischer Proteinurie > 4 g/Tag nach 6 Monaten konservativer Therapie oder sinkender Nierenfunktion; Erstlinie: Zyklophosphamid + Kortison (Ponticelli-Schema) oder Rituximab.

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