Medizin Pädiatrie Gynäkologie – Neugeborene und Ikterus
Karteikarten zum Thema „Medizin“ · 15 Karten · von atrio. Beispiele: Ab wann spricht man beim Neugeborenen von einem physiologischen Ikterus? · Welche drei F…
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15 KartenAb wann spricht man beim Neugeborenen von einem physiologischen Ikterus?
Rückseite
Erste Sichtbarkeit ab Tag 2–3, Peak Tag 4–5, Rückbildung bis Tag 10–14 bei Reifen; bei Frühgeborenen verzögert und höher.
Welche drei Faktoren begünstigen physiologischen Neugeborenenikterus?
Rückseite
Erhöhte Hämolyse (kurze Ery-Lebensdauer), unreife hepatische UDP-Glucuronosyltransferase, enterohäpatischer Kreislauf durch β-Glucuronidase im Darm.
Was unterscheidet unkonjugiertes von konjugiertem Bilirubin klinisch?
Rückseite
Unkonjugiertes: fettlöslich, albumingebunden, neurotoxisch (Kernikterus-Risiko). Konjugiertes: wasserlöslich, gallenwegsständig, Hinweis auf obstruktive/hepatische Ursache.
Welche Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit für schweren Ikterus?
Rückseite
Frühgeburtlichkeit, hämolytische Erkrankung (ABO/Rh), cephalhämatom, Stillprobleme/Dehydration, familiäre Vorbelastung, ostasiatische Ethnie, männliches Geschlecht.
Wie wird das Bhutani-Nomogramm in der Praxis angewendet?
Rückseite
Gesamtbilirubin in mg/dL gegen Lebensalter in Stunden auftragen; Zone (Low/Intermediate/High Risk) bestimmt Nachkontrollintervall und Therapiebedarf.
Nach welcher Regel beurteilt man klinisch den Ikterus-Verlauf am Neugeborenen?
Rückseite
Kramersche Zonen: Cephalocaudaler Verlauf – Zone 1 (Kopf) bis Zone 5 (Füße); Zone 3 entspricht ca. 12–15 mg/dL, Zone 5 > 20 mg/dL.
Wann ist eine transkutane Bilirubinmessung (TcB) ausreichend und wann muss serum-Bilirubin bestimmt werden?
Rückseite
TcB als Screening; bei TcB > 15 mg/dL, Diskrepanz zur Klinik, Phototherapie oder Dunkelheit der Haut: serische Bestätigung obligat.
Ab welchem Bilirubinwert wird bei einem gesunden Reifgeborenen (72 h) Phototherapie eingeleitet?
Rückseite
Gemäß AAP-Leitlinie: ca. 15–16 mg/dL (257–274 µmol/L) bei 72 h; niedriger bei Risikofaktoren, höher bei > 96 h.
Wann ist eine Austauschtransfusion indiziert?
Rückseite
Bei Versagen der intensiven Phototherapie, Bilirubin > Austauschtransfusions-Schwelle (z. B. > 25 mg/dL bei 72 h Reifgeborener) oder akute Bilirubin-Enzephalopathie.
Welche Laborwerte bestätigen eine hämolytische ABO-/Rhesus-Inkompatibilität?
Rückseite
Positiver Coombs-Test (direkt), erhöhte Retikulozyten, vermindertes Hämoglobin, Sphärozyten im Blutbild, rascher Bilirubinanstieg (> 0,5 mg/dL/h).
Was kennzeichnet einen konjugierten Ikterus beim Neugeborenen und welche Differentialdiagnosen sind führend?
Rückseite
Konjugiertes Bilirubin > 1 mg/dL oder > 20 % des Gesamtbilirubins; Ddx: biliäres Atresie, Neonatalsepsis, TORCH-Infektionen, metabolische Defekte (z. B. α1-Antitrypsin-Mangel).
Wie unterscheidet sich Muttermilchikterus vom Stillikterus?
Rückseite
Stillikterus: frühe (Tag 3–5), durch unzureichende Zufuhr/Dehydration. Muttermilchikterus: spät (ab Woche 2), durch β-Glucuronidase/Fettsäuren in der Milch, benign, keine Abstillindikation.
Welche neurologischen Symptome deuten auf einen beginnenden Kernikterus (akute Bilirubin-Enzephalopathie) hin?
Rückseite
Hypotonie, Trinkschwäche, Hochschreien, Opisthotonus, Fieber, Apnoen – später Hypertonie, Retrokollis, Zughörigkeit, Krampfanfälle.
Welche Nachsorge ist nach überstandenem schwerem Ikterus essenziell?
Rückseite
Hörscreening (BERA) obligat, neurologische Entwicklungskontrollen, Augenbewegungsprüfung, Zahnschmelzdefekte beachten – Spätfolgen oft erst Jahre später manifest.
Warum sind Frühgeborene deutlich ikterusanfälliger als Reifgeborene?
Rückseite
Noch unreifere UDP-Glucuronosyltransferase, geringere Albuminbindung, höhere Hämolyserate, häufigere Hämatome, enterale Ernährung verzögert → stärkerer enterohepatischer Kreislauf.