Rechtswissenschaft Steuerrecht – Umsatzsteuer
Karteikarten zum Thema „Rechtswissenschaft“ · 16 Karten · von atrio. Beispiele: Was ist der Gegenstand der Umsatzsteuer nach § 1 UStG? · Welche vier Vorausse…
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16 KartenWas ist der Gegenstand der Umsatzsteuer nach § 1 UStG?
Rückseite
Die Umsatzsteuer erfasst Lieferungen und sonstige Leistungen, die ein Unternehmer im Inland gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens ausführt, sowie den innergemeinschaftlichen Erwerb und die Einfuhr.
Welche vier Voraussetzungen müssen für die Steuerbarkeit einer Lieferung vorliegen?
Rückseite
Es muss eine Lieferung (§ 3 UStG) oder sonstige Leistung (§ 3a UStG) vorliegen, die im Inland ausgeführt wird, von einem Unternehmer für sein Unternehmen und gegen Entgelt erbracht wird.
Wer ist Steuerschuldner bei einer steuerbaren und steuerpflichtigen Umsatzsteuer?
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Der Unternehmer als Leistender schuldet die Umsatzsteuer (§ 13a UStG), es sei denn, der Leistungsempfänger ist Steuerschuldner nach Reverse-Charge (§ 13b UStG) oder bei innergemeinschaftlichem Erwerb (§ 13a Abs. 1 Nr. 2 UStG).
Welche Steuersätze sieht das UStG vor und für welche Umsätze gelten sie?
Rückseite
Der Regelsatz beträgt 19 % (§ 12 Abs. 1 UStG), der ermäßigte Satz 7 % für in Anlage 2 UStG aufgeführte Umsätze (z. B. Lebensmittel, Bücher, Übernachtungen), daneben gibt es 0 % für Ausfuhren und innergemeinschaftliche Lieferungen.
Welche Voraussetzungen müssen für den Vorsteuerabzug nach § 15 UStG erfüllt sein?
Rückseite
Der Unternehmer muss eine Eingangsleistung für sein Unternehmen bezogen haben, die Leistung muss steuerbar und steuerpflichtig (nicht steuerfrei) sein, eine ordnungsgemäße Rechnung vorliegen und der Unternehmer darf nicht von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch gemacht haben.
Was regelt die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG?
Rückseite
Unternehmer mit einem Gesamtumsatz im Vorjahr ≤ 22.000 € und im laufenden Jahr voraussichtlich ≤ 50.000 € können auf die Umsatzsteuer verzichten – sie weisen keine Umsatzsteuer aus und dürfen keine Vorsteuer geltend machen.
Was ist ein innergemeinschaftlicher Erwerb und wer schuldet die Steuer?
Rückseite
Der innergemeinschaftliche Erwerb ist der Bezug eines Gegenstands aus einem anderen EU-Mitgliedstaat in das Inland durch einen Unternehmer (§ 1a UStG). Steuerschuldner ist der Erwerber (§ 13a Abs. 1 Nr. 2 UStG), der die Steuer als Vorsteuer abziehen kann.
Wann greift das Reverse-Charge-Verfahren nach § 13b UStG?
Rückseite
Bei bestimmten Umsätzen (z. B. Bauleistungen, Edelmetalle, Gas/Strom, Telekommunikation) an einen im Inland ansässigen Unternehmer schuldet der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer statt des Leistenden.
Was ist der Unterschied zwischen echter und unechter Steuerbefreiung?
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Bei echter Befreiung (§ 4 Nr. 1-7 UStG, z. B. Ausfuhr) bleibt der Vorsteuerabzug erhalten; bei unechter Befreiung (§ 4 Nr. 8-29 UStG, z. B. ärztliche Leistungen, Versicherungen) entfällt der Vorsteuerabzug für die auf die steuerfreien Umsätze entfallenden Eingangsleistungen.
Was regelt die Ist-Besteuerung nach § 20 UStG?
Rückseite
Bei der Ist-Besteuerung entsteht die Steuer mit Vereinnahmung des Entgelts (nicht mit Ausführung der Leistung). Sie steht Unternehmern zu, deren Gesamtumsatz im Vorjahr ≤ 600.000 € betrug oder die von der Buchführungspflicht befreit sind.
Wann muss ein Unternehmer eine Umsatzsteuervoranmeldung abgeben?
Rückseite
Monatlich, wenn die Steuer des Vorjahres > 7.500 € betrug; vierteljährlich bei ≤ 7.500 €; jährlich nur bei ≤ 1.000 €. Die Voranmeldung ist bis zum 10. Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums elektronisch zu übermitteln (§ 18 UStG).
Welche Pflichtangaben muss eine Rechnung nach § 14 UStG mindestens enthalten?
Rückseite
Name/Anschrift von Leistendem und Empfänger, Steuernummer/USt-IdNr., Ausstellungsdatum, fortlaufende Nummer, Menge/Art der Leistung, Zeitpunkt der Leistung, Entgelt und Steuersatz sowie Steuerbetrag (bei Kleinbetragsrechnungen ≤ 250 € erleichterte Anforderungen).
Was versteht man unter einer Organschaft im Umsatzsteuerrecht?
Rückseite
Nach § 2 Abs. 2 Nr. 2 UStG werden rechtlich selbstständige Unternehmen (Organgesellschaften) in das Unternehmen eines anderen (Organträger) eingegliedert, wenn finanzielle, wirtschaftliche und organisatorische Eingliederung vorliegt – sie werden umsatzsteuerlich als ein Unternehmer behandelt.
Wie wird die Umsatzsteuer bei einer Bauleistung an einen Unternehmer abgerechnet?
Rückseite
Bei Bauleistungen (§ 13b Abs. 2 Nr. 4 UStG) an einen im Inland ansässigen Unternehmer schuldet der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer (Reverse Charge); der Leistende stellt eine Rechnung ohne Steuerausweis aus mit Hinweis auf Steuerschuldnerschaft des Empfängers.
Was sind die Voraussetzungen für eine steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung nach § 4 Nr. 1b UStG?
Rückseite
Gegenstand wird in ein anderes EU-Mitgliedstaat befördert/versendet, Erwerber ist Unternehmer mit USt-IdNr., dieser verwendet den Gegenstand für sein Unternehmen, der Lieferer weist die USt-IdNr. des Erwerbers in der Rechnung aus und meldet die Lieferung in der Zusammenfassenden Meldung.
Wie wirkt sich die Unechte Steuerbefreiung auf den Vorsteuerabzug aus?
Rückseite
Bei unechter Steuerbefreiung (§ 4 Nr. 8-29 UStG) ist der Vorsteuerabzug für Eingangsleistungen, die unmittelbar den steuerfreien Umsätzen zugeordnet werden können, ausgeschlossen; bei gemischter Verwendung erfolgt eine Aufteilung nach dem Umsatzschlüssel (§ 15 Abs. 4 UStG).