Medizin Neurologie Psychiatrie – Angststörungen
Karteikarten zum Thema „Medizin“ · 14 Karten · von atrio. Beispiele: Zu welcher ICD-10-Hauptgruppe zählen Angststörungen? · Welche Kernsymptome definieren ei…
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14 KartenZu welcher ICD-10-Hauptgruppe zählen Angststörungen?
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Angststörungen gehören zum ICD-10-Block F40-F48: Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen, speziell F40 (Phobische Störungen) und F41 (Sonstige Angststörungen).
Welche Kernsymptome definieren eine Panikstörung (F41.0)?
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Wiederkehrende, unerwartete Panikattacken mit vegetativen Symptomen (Herzrasen, Dyspnoe, Schwindel) plus mindestens ein Monat anhaltende Sorge vor weiteren Attacken oder Verhaltensänderung.
Was unterscheidet Agoraphobie (F40.0) von sozialer Phobie (F40.1)?
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Agoraphobie: Angst vor Orten/Situationen, wo Flucht schwer oder Hilfe bei Panik nicht verfügbar ist. Soziale Phobie: Angst vor negativer Bewertung durch andere in sozialen/leistungsbezogenen Situationen.
Wie lange müssen Sorgen bei generalisierter Angststörung (F41.1) mindestens bestehen?
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Mindestens sechs Monate anhaltende, generalisierte und übermäßige Sorgen über mehrere Lebensbereiche, die der Betroffene als schwer kontrollierbar erlebt.
Welche körperlichen Differentialdiagnosen müssen bei Angststörungen ausgeschlossen werden?
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Hyperthyreose, Pheochromozytom, Herzrhythmusstörungen, Hypoglykämie, Morbus Menière, Vestibularisparese, Substanzentzug (Alkohol, Benzodiazepine) und Medikamentennebenwirkungen.
Welche Screening-Instrumente eignen sich für Angststörungen in der Praxis?
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GAD-7 für generalisierte Angst, PHQ-9 (inkl. Panik-Modul), PDSS für Panikstörung, LSAS für soziale Phobie, Agoraphobia Cognitions Questionnaire für Agoraphobie.
Was ist die medikamentöse Erstlinientherapie bei Panikstörung und generalisierter Angststörung?
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SSRI (z. B. Escitalopram, Sertralin) oder SNRI (Venlafaxin, Duloxetin) als First-Line; Benzodiazepine nur kurzfristig und reserviert wegen Abhängigkeitsrisiko.
Welches psychotherapeutische Verfahren hat die höchste Evidenz bei Angststörungen?
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Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) mit Expositionstraining, kognitiver Umstrukturierung und Entspannungsverfahren – wirksam bei allen Angststörungen, oft überlegen gegenüber reiner Pharmakotherapie.
Wie definiert ICD-11 die Panikstörung anders als ICD-10?
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ICD-11 fasst Panikattacken als dimensionsale Symptome auf (nicht kategorisch), verlangt keine 1-Monats-Sorge mehr, betont funktionale Beeinträchtigung und ermöglicht Spezifizierer wie 'mit Agoraphobie'.
Welche Komorbiditäten treten häufig bei Angststörungen auf?
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Depressive Episoden (bis 60 %), weitere Angststörungen, Substanzgebrauchsstörungen (Selbstmedikation), Somatisierungsstörungen, Zwangsstörungen und Persönlichkeitsstörungen (vermeidend, abhänging).
Was versteht man unter 'Angst vor der Angst' (Phobophobie)?
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Sekundäre Angst vor erneuten Panikattacken oder Angstsymptomen selbst, führend zu vermeidendem Verhalten und Chronifizierung – zentraler Erhaltungsfaktor bei Panikstörung und Agoraphobie.
Wann ist eine stationäre Behandlung bei Angststörungen indiziert?
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Bei schwerer Agoraphobie mit Hausgebundenheit, suizidaler Komorbidität, therapierefraktärem Verlauf, fehlender ambulanter Struktur oder notwendiger komplexer Diagnostik/Entzugstherapie.
Wie wirkt sich Psychoedukation auf den Therapieerfolg aus?
Rückseite
Vermittlung des Angstkreislaufs (Körpersymptome → katastrophisierende Kognitionen → Verstärkung) reduziert Katastrophisieren, erhöht Therapiemotivation und verbessert Adhärenz bei Expositionstraining.
Welche Rolle spielt Vermeidungsverhalten in der Aufrechterhaltung von Angststörungen?
Rückseite
Vermeidung verhindert Angsthabituation und korrigierende Lernerfahrungen, verstärkt negativen Verstärkungsmechanismus und führt zu fortschreitender Einschränkung des Lebensraums (z. B. Hausgebundenheit bei Agoraphobie).