Wirtschaftswissenschaften Finanzierung – Risikomanagement
Karteikarten zum Thema „Wirtschaftswissenschaften“ · 15 Karten · von atrio. Beispiele: Was versteht man unter Risikomanagement in der Finanzierung? · Welche …
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15 KartenWas versteht man unter Risikomanagement in der Finanzierung?
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Systematischer Prozess zur Identifikation, Messung, Überwachung und Steuerung finanzieller Risiken (Markt-, Kredit-, Liquiditäts-, operationelles Risiko) zur Sicherung der Unternehmensfortführung.
Welche vier Hauptkategorien finanzieller Risiken unterscheidet man?
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Marktrisiko (Zins, Währung, Aktien), Kreditrisiko (Ausfall, Migration), Liquiditätsrisiko (Zahlungsunfähigkeit, Refinanzierung) und operationelles Risiko (Prozesse, Systeme, Menschen, externe Ereignisse).
Wie ist der Value-at-Risk (VaR) definiert?
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Der VaR gibt den maximalen Verlust eines Portfolios über einen definierten Zeithorizont mit einem gegebenen Konfidenzniveau (z. B. 99 %) unter normalen Marktbedingungen an.
Nenne die drei gängigen VaR-Berechnungsmethoden.
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Historische Simulation (vergangene Renditen), parametrischer VaR (Normalverteilungsannahme, Kovarianzmatrix) und Monte-Carlo-Simulation (zufällige Pfade basierend auf stochastischen Modellen).
Was ist der Expected Shortfall (Conditional VaR) und warum ist er kohärenter?
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Expected Shortfall ist der bedingte Erwartungswert der Verluste jenseits des VaR; er erfüllt Subadditivität und erfasst Schwanzrisiken besser als VaR.
Wozu dienen Stresstests im Risikomanagement?
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Stresstests simulieren extreme, aber plausible Szenarien (z. B. Finanzkrise 2008), um die Widerstandsfähigkeit von Portfolios oder Instituten unter Krisenbedingungen zu prüfen.
Was versteht man unter Hedging und welchem Zweck dient es?
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Hedging ist die Absicherung von Preis-, Zins- oder Währungsrisiken durch entgegengesetzte Positionen in Derivaten (Forwards, Futures, Optionen, Swaps), um Cashflows zu stabilisieren.
Welche Derivate werden klassisch zum Hedging eingesetzt?
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Forwards (OTC, maßgeschneidert), Futures (börslich, standardisiert, tägliche Abrechnung), Optionen (Recht, keine Pflicht) und Swaps (Zins- oder Währungs-Cashflow-Tausch).
Was ist das Basisrisiko beim Hedging?
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Risiko, dass sich der Preis des Hedging-Instruments (z. B. Future) nicht parallel zum Basiswert (z. B. Spot) entwickelt – Restrisiko durch unvollkommene Korrelation.
Nenne die drei Säulen des Basel-III-Rahmenwerks.
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Säule 1: Mindesteigenkapitalanforderungen; Säule 2: Überprüfungsprozess der Aufsicht (SREP); Säule 3: Marktdisziplin durch Offenlegungspflichten.
Wie lauten die harten Eigenkapitalquoten nach Basel III (CET1, Tier 1, Total Capital)?
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CET1-Quote mindestens 4,5 %, Tier-1-Quote mindestens 6 %, Total-Capital-Quote mindestens 8 % der risikogewichteten Aktiva (RWA) – plus Puffer (Capital Conservation Buffer 2,5 %).
Was messen die Liquiditätskennzahlen LCR und NSFR?
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LCR (Liquidity Coverage Ratio): kurzfristige Liquiditätsdecke ≥ 100 % über 30-Tage-Stresshorizont. NSFR (Net Stable Funding Ratio): langfristige Strukturliquidität ≥ 100 % über ein Jahr.
Welche Parameter bestimmen das Kreditrisiko im IRB-Ansatz?
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Probability of Default (PD), Loss Given Default (LGD), Exposure at Default (EAD) und Maturity (M) – daraus resultiert die risikogewichtete Aktiva (RWA) für Kreditpositionen.
Wie wird operationelles Risiko im Advanced Measurement Approach (AMA) modelliert?
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Banken nutzen interne Verlustdaten, Szenarioanalysen, Business-Environment-Faktoren und Kontrollindikatoren, um ein eigenes statistisches Modell für das operationelle Risikokapital zu kalibrieren.
Was regelt das Risk Appetite Framework (RAF) eines Instituts?
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Das RAF definiert die Risikobereitschaft (Risk Appetite), Risikotragfähigkeit (Risk Capacity) und operative Limits (Risk Limits) – abgestimmt auf Strategie, Kapital und Liquidität.