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Rechtswissenschaft Strafrecht BT – Körperverletzung

16 KartenRechtswissenschaftatrio27.09.2026Nur mit Link

Karteikarten zum Thema „Rechtswissenschaft“ · 16 Karten · von atrio. Beispiele: Was versteht man unter Körperverletzung im Sinne des § 223 StGB? · Wann liegt…

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16 Karten
STANDARD

Was versteht man unter Körperverletzung im Sinne des § 223 StGB?

Rückseite

Körperverletzung ist die körperliche Misshandlung oder die Schädigung der Gesundheit. Misshandlung = jede nicht ganz unerhebliche Beeinträchtigung körperlicher Integrität/wohlbefinden; Gesundheitsschädigung = Herbeiführen/Verstärken eines pathologischen Zustands.

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Wann liegt eine gefährliche Körperverletzung nach § 224 StGB vor?

Rückseite

Bei Begehung mittels Gift/gesundheitsschädlicher Stoffe, Waffe/gefährlichem Werkzeug, heimtückisch, gemeinschaftlich oder durch Behandlung, die das Leben gefährdet. Mindeststrafe: 6 Monate, bei Waffen/heimtückisch/gemeinschaftlich: 1 Jahr.

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Was unterscheidet die schwere Körperverletzung § 226 von der gefährlichen § 224 StGB?

Rückseite

§ 226 erfordert einen qualifizierten Erfolg: Verlust von Seh-/Hör-/Sprech-/Fortpflanzungsfähigkeit, Verlust/Gebrauchsunfähigkeit eines wichtigen Gliedmaßes/Organs, Entstellung, Siechtum/Lähmung/Krankheit. § 224 knüpft an Begehungsweisen an.

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Wann ist eine Körperverletzung mit Todesfolge nach § 227 StGB verwirklicht?

Rückseite

Wenn der Täter durch die Körperverletzung (§§ 223, 224, 226) zumindest fahrlässig den Tod des Opfers verursacht. Vorsatz bezüglich Körperverletzung, Fahrlässigkeit bezüglich Todesfolge genügt. Strafrahmen: 3-15 Jahre.

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Was ist der Unterschied zwischen Misshandlung und Gesundheitsschädigung?

Rückseite

Misshandlung: jede nicht ganz unerhebliche, wertungserhebliche Beeinträchtigung körperlicher Integrität/wohlbefinden (z.B. Schlag, Haareziehen). Gesundheitsschädigung: Herbeiführen/Verstärken eines pathologischen, nicht nur vorübergehenden Zustands (z.B. Infektion, Knochenbruch).

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Wann liegt ein gefährliches Werkzeug i.S.v. § 224 Abs. 1 Nr. 2 StGB vor?

Rückseite

Jeder Gegenstand, der nach seiner objektiven Beschaffenheit und der konkreten Verwendungsweise geeignet ist, erhebliche Verletzungen herbeizuführen. Nicht erforderlich: Bestimmung als Waffe. Beispiele: Schere, Flasche, Auto, Stein – je nach Einsatz.

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Was versteht man unter 'heimtückisch' in § 224 Abs. 1 Nr. 3 StGB?

Rückseite

Ausnutzung der Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers in feindlicher Willensrichtung. Täter muss die Situation bewusst ausnutzen. Nicht jede Überraschung, sondern bewusste Ausnutzung schutzloser Lage (z.B. Schlag von hinten, Betäubung).

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Wann handelt jemand 'gemeinschaftlich' nach § 224 Abs. 1 Nr. 4 StGB?

Rückseite

Wenn mindestens zwei Täter gemeinsam am Tatort zusammenwirken und ihre Kräfte bündeln. Bloße Anwesenheit genügt nicht; es bedarf eines gemeinsamen Tatplans und funktionaler Zusammenarbeit. Mittäterschaft bei beiden erforderlich.

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Was bedeutet 'Behandlung, die das Leben gefährdet' in § 224 Abs. 1 Nr. 5 StGB?

Rückseite

Jede Einwirkung auf den Körper, die objektiv lebensgefährlich ist (z.B. Würgen, Unterwasserhalten, Aussetzen in Kälte). Subjektiv muss der Täter die Lebensgefahr billigen (Eventualvorsatz). Keine ärztliche Behandlung im engeren Sinne.

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Welche Folgen umfasst der Begriff 'Entstellung' in § 226 Abs. 1 Nr. 3 StGB?

Rückseite

Dauerhafte, nicht nur geringfügige Beeinträchtigung des äußeren Erscheinungsbildes, die das ästhetische Gesamtbild nachhaltig stört (z.B. Narben im Gesicht, Amputationsstümpfe). Nicht erfasst: leicht versteckbare Narben, vorübergehende Schwellungen.

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Was regelt § 229 StGB (fahrlässige Körperverletzung)?

Rückseite

Wer fahrlässig eine Körperverletzung begeht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder Geldstrafe bestraft. Vorsatz bezüglich Verletzung fehlt; Sorgfaltspflichtverletzung + Vorhersehbarkeit + Vermeidbarkeit. Kein Versuch möglich.

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Wann schließt Einwilligung des Opfers die Körperverletzung aus?

Rückseite

Bei Einwilligung in die Verletzung der körperlichen Unversehrtheit (§ 228 StGB), sofern nicht sittenwidrig. Voraussetzungen: Einwilligungsfähigkeit, Freiwilligkeit, Bestimmtheit, vor/bei Tatbegehung. Ausgenommen: Sittenwidrigkeit (z.B. Schwerverletzung ohne ärztlichen Grund).

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Wie verhält es sich mit dem Versuch bei Körperverletzungsdelikten?

Rückseite

Versuch ist bei allen vorsätzlichen Körperverletzungen strafbar (§§ 223, 224, 226: § 231 StGB). Anfang der Ausführung = unmittelbare Ansetzung (z.B. Ausholen zum Schlag). Bei § 227 (Todesfolge) kein Versuch bzgl. Todesfolge, wohl aber bzgl. Grunddelikt.

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Was ist der Unterschied zwischen § 226 Abs. 1 (Vorsatz) und Abs. 2 (Fahrlässigkeit) StGB?

Rückseite

Abs. 1: Täter verursacht vorsätzlich eine schwere Folge (Qualifikationstatbestand, 1-10 Jahre). Abs. 2: Täter verursacht fahrlässig eine schwere Folge bei vorsätzlicher einfacher Körperverletzung (3-5 Jahre). Abs. 2 ist Erfolgsqualifikation zur fahrlässigen Schwere.

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Wann liegt ein 'Verlust der Fortpflanzungsfähigkeit' nach § 226 Abs. 1 Nr. 1 StGB vor?

Rückseite

Dauerhafter Verlust der Zeugungs-/Gebärfähigkeit durch Schädigung der Fortpflanzungsorgane. Nicht erforderlich: Unfruchtbarkeit bei Frauen nach Menopause. Auch Sterilisation als Folge erfasst. Vorübergehende Beeinträchtigung genügt nicht.

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Wie prüft man die Konkurrenz zwischen § 223 und § 224 StGB?

Rückseite

§ 224 ist Spezialgesetz zu § 223 (Lex specialis). Bei Vorliegen einer Begehungsvariante des § 224 verdrängt dieses § 223 vollständig. Keine Tateinheit, sondern Ausschließlichkeit. Prüfung: Zuerst § 224, nur wenn keine Variante greift, § 223.

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